Anzeichen einer Erholung nach enttäuschendem Jahr

Europäische Nachfrage nach Rollenetikettenmaterial in Quadratmetern; Wachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal im Vergleich zum BIP von 2004 bis 2023.

Wie die FINAT in einer Pressemeldung mitteilt, stieg die Nachfrage nach Etikettenmaterial in Europa im vierten Quartal 2023 um 2,1 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies war der erste Anstieg nach vier Quartalen mit dramatischen zweistelligen Nachfrageeinbrüchen. Sie begannen im vierten Quartal 2022, als die Etikettenindustrie im gesamten Jahr 2023 von der toxischen Mischung aus einem durch die Corona-Pandemie verursachten Nachfrageüberhang, Rohstoffknappheit, exzessive Lagerhaltung, gestörte Lieferketten, Kostensteigerungen und wirtschaftlichem Rückgang hart getroffen wurde. Nachdem im Sommer 2023 erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar wurden, ist die Branche für 2024 auf eine weitere Erholung eingestellt.

Im Vergleich zum Jahr 2022 sank der europäische Verbrauch von selbstklebenden Etikettenmaterialien um nicht weniger als 25,8 %. Das ist der stärkste Rückgang in einem einzigen Jahr, der seit Beginn der statistischen Erfassung durch die FINAT im Jahr 2003 verzeichnet wurde.

Laut dem jüngsten FINAT-Radar-Report, der im Februar veröffentlicht wurde, zeigten alle Segmente, die Etikettenmaterial verwenden, ein ähnliches Muster mit sinkendem Verbrauch. Dazu zählten auch die Marktbereiche Lebensmittel, Getränke sowie Körperpflege, alles Sektoren, die im letzten Quartal 2023 vielversprechende Anzeichen einer Erholung zeigten.

Effekt der Bevorratung

Der Rückgang der Nachfrage nach Etikettenmaterial in Europa war ausgeprägter und länger als außerhalb Europas und im Vergleich zu anderen Sektoren im Bereich von Etiketten und Verpackungen. Als wichtige Erklärung nennt die FINAT den Effekt der übermäßigen Lagervorräte, die aufgrund des langanhaltenden Streiks in der Papierindustrie im ersten Quartal 2022 ausgelöst wurden und zu einem Kampf um Rohstoffe – insbesondere bei papierbasiertem Release Linern und Etikettenobermaterialien – und Vorlaufzeiten von drei bis fünf Monaten führte. Als sich die Verfügbarkeit von Rohstoffen im dritten Quartal 2022 endlich wieder normalisierte, hatte sich das Blatt gewendet und die Lager der Etikettendrucker und Etikettenanwender waren für die kommenden Quartale gefüllt. Der Abschwung wurde durch die Auswirkungen steigender Rohstoffkosten verstärkt, die sich laut FINAT Radar auf die Beschaffung von Etiketten stärker auswirkten als auf andere Verpackungsarten.

Dem Bericht zufolge wiesen die befragten Markenartikelunternehmen auf die extremen Herausforderungen hin, die durch verändertes Verbraucherverhalten entstanden sind. Zu den Herausforderungen gehörten eine spürbare Verschiebung der Verbraucherpräferenz von Markenprodukten hin zu Handelsmarken und spürbare Veränderungen in den saisonalen Nachfragemustern sowie ein Überangebot an Materialien für bestimmte Lagerhaltungseinheiten (SKUs), ausgelöst durch einen abrupten Nachfragerückgang. Diese Erkenntnisse unterstreichen den komplexen und dynamischen Charakter des Marktes.

Bessere Aussichten

Das Vertrauen der Verbraucher ist in der gesamten Eurozone abgeschwächt. Im europäischen Stimmungsindikator spiegelt sich weiterhin die weit verbreitete Besorgnis über Inflation, hohe Energiekosten und das Potenzial eines wirtschaftlichen Abschwungs. Der leicht aufgehellte Ausblick von Etikettenlieferanten und Markenartiklern bietet jedoch Anlass zu Optimismus und deutet auf eine Erholung und Wachstum in den kommenden Quartalen hin.

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